Letztes Abenteuer in Portugal

Hey, tut mir leid lang nichts mehr gepostet zu haben, aber ich war nach dem letzten mal etwas frustriert, als ich einen langen Text verfasst hatte und meine App abgestürzt ist, die Gelegenheiten darauf hatten wir ein wenig Strommangel.

Wir sind mittlerweile gut auf den Kanarischen Inseln, genauer auf Gran Canaria angekommen und das Wetter ist meistens super sonnig bei 25*C.

Aber nun mal zurück zu Portugal, Sagres, denn das war unser nächster Stop nach Cascais.
Nachdem wir den Motor wieder zum laufen gebracht haben und Cascais verlassen konnten lief soweit alles gut, der erste Tag war etwas anstrengend, die Wellen kamen immer schön von der Seite.
Wir beschlossen daraufhin das wir uns über Nacht einen Ankerplatz suchen um in Ruhe schlafen zu können, denn das war uns bei dem Wellengang nicht gegönnt. Mitten in der Nacht fanden wir dann auch endlich einen, allerdings war der Schlaf alles andere als erholsam, die Wellen rüttelten uns ganz gut durch und die Ankerkette ließ uns denken wir driften, was aber nicht der Fall war.
Am nächsten morgen machten wir uns direkt wieder auf den Weg, den Wellen zu trotz.

Auch der nächste Tag war nicht viel besser, die Welle kamen immer schön von der Seite und machten es uns nicht leicht. Von Cascais aus ließen wie den Motor die ganze Zeit laufen um den neuen Kolben einarbeiten zu lassen, wie die Internet Community es geraten hat. 
Unser Motor allerdings schien diese Regel nicht zu kennen oder zu mögen, man hörte nur ein fieses hohen quitschendes Geräusch und wir stellten den Motor ab und begannen zu segeln.

Das Abenteuer beginnt.
Kaum hatten wir uns damit abgefunden die nächst etwas größere Marine unter Segel anzusteuern wurden die Wellen höher und die Landspitze um die wir herum mussten näher.
Solange die Wellen von hinten oder von vorne kommen sind auch die Hohen super händelbar, aber sobald sie von der Seite kommen können sie dir schon ziemlich angst machen.
Nun waren wir im Kampf mit den Wellen, das sie uns ja nicht zu nah an die Felswände tragen, als dann der Wind einsetzte, je näher wir der Landspitze von Portugal kamen desto stärker und unvorhersehbarer wurde er. 
Der Wind zwang uns die Segel bis aufs minimale einzufahren, sogar unser Windgenerator mussten wir unterbrechen und irgendwie fixieren, durch den stark aufkommenden Wind fing er an das Boot zu drehen, der Wind war stärker als die Turbine hätte drehen können.
Brandon schloss daher den Generator kurz, sodass die Turbine langsamer wurde und beinahe zu stehen kam, meine Aufgabe war es eines der Blätter zu greifen und eine Schlinge darum zu legen.
Als dieser recht schwierige Part geschafft war konnte wir uns wieder dem Segeln widmen und dem Kampf mit den Wellen.

Es vergingen einige Stunden und nachdem wir durchs Wenden eine Weile geradeaus nach Westen gesegelt waren, gewannen wir einen guten, sicheren Abstand zu den Felsen. 
Die Landspitze hatten wir nun endlich passiert, doch die Wellen wurden höher und wirkten noch bedrohlicher, angesichts der noch immer sehr nahen Felswänden.
Mitten in dem Kampf mit Wellen und starken Windböen riss auf einmal der Knoten des Seiles welches das Genoa (kleine vordere Segel), unser einziges, minimal aufgerolltes Segel, hielt.
Nun waren wir dort, zwar hinter der Landspitze, aber dennoch verdammt nah an den Felsen, und hatten nichts was die Wellen davon abhält uns an die Felsen zu schmetter.
Brandon ließ daraufhin etwas von unserm Großsegel aus und begab sich nach vorne um irgendwie unser Genoa zu fixen, ich versuchte währenddessen das Boot irgendwie zu lenken und es möglichst ruhig zu halten, ich bin mir sicher das eine Rettungsaktion für Brandon echt hart geworden wäre (so ganz ohne Motor).
Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er endlich wieder zurück ins Cockpit und ich sah, das er das Genoa wieder gescheit gehisst hatte, mit einem anderen Seil das wir für solche Fällt vorsichtshalber installiert haben.

Von da an lief es alles etwas besser, wir sind eine Weile in die Wellen gesegelt und als wir den richtigen Winkel hatten, konnten wir mit den Wellen segeln, oder besser gesagt auf den Wellen surfen.

Die nächte Marine war Sagres und wir waren echt verdammt erleichtert als wir endlich dort ankamen.
Fürs erste haben wir etwas abseits von den anderen Booten geankert, so ohne Motor wollten wir nicht zu viel riskieren.

Sagres war ein kleines Dörfchen mit etwas 100 kleinen Restaurants und Imbissen, 2 ziemlich kleinen und gefühlt sehr teuren Supermärkten und einem 4* Hotelresort.
Der nächste große Supermarkt lag etwa 5km entfernt, wir nahmen diesen Weg in Kauf uns machten einige Besorgungen für die erste längere Überfahrt



Brandon inspezierte unseren Motor und stellte schnell fest was erneuert werden musste und kümmerte sich darum die Ersatzteile im benachbarten Lagos, bei dem nächsten Volvo Penta Händler, zu bestellen. Auch mussten wir einen Drehmoment Schlüssel bestellen, da niemand bereit war uns einen zu borgen, es scheint ein sehr sehr rares Werkzeug mit sehr hohem Wert zu sein.

Kaum war das erledigt kam ein kleiner Sturm auf, wir dachten uns etwas mehr geschützt als wir es waren und wurden in der Nacht ziemlich durchgeschüttelt und die Halterungen des Seils die die Kette hielten, damit wir das knartschen der Kette nicht hören mussten, riss ein paar male, jedes mal ging Brandon raus um eine neue Halterung zu kreiren, in der Hoffnung die neue würde besser halten.
Beim letzten Mal wo er sich raus machte um das Seil zu fixen kam ich mit um zu schauen wie sich unser Beiboot macht bei diesem Sturm... doch von unserm Beiboot war nichts zu sehen, der Knoten war gerissen und unser Beiboot wurde von den Wellen und der Strömung raus aufs Meer getrieben.
Am nächsten Tag haben wir uns dann beraten was zu tun ist, wie und welche alternative wir uns nun anschaffen sollen. Außerdem entschieden wir uns an einen der mooring balls zu gehen (fest im Boden verankerte Seile mit einem "Ball" an der Wasseroberfläche"), der Bereich war besser von Wind und Wellen geschützt und wir mussten uns wegen dem Anker keine sorgen machen. 

Über Amazon haben wir letzt endlich ein neues Beiboot und einen kleinen Elektromotor bestellt. Wir saßen bis zur Lieferung auf unserm Boot fest, aber Essen und Wasser hatten wir ausreichend.
Etwa 6 Tage nach der Bestellung mussten wir uns dann mit den Lieferdiensten in Verbindung setzen, da sie die Adresse nicht kannten und die Poststelle im Ort nur Briefe von der selben Firma akzeptiert.
Nachdem wir uns eine Portugiesische prepaid Karte kaufen mussten lief alles glatt, die Lieferanten riefen uns an sobald sie in Sagres waren und wir konnten einen Treffpunkt ausmachen und unsere Pakete entgegennehmen.

Mit einem neuen Beiboot und der guten Nachricht aus Lagos das auch die Ersatzteile angekommen sind machte Brandon sich auf und fuhr mit dem Bus dorthin um sie abzuholen, ich blieb währenddessen am Boot, da der Busfahrer Xena nur in einer Box mitnehmen wollte... Und allein auf dem Boot für so lange würde Xena nicht überleben.

Brandon kam am späten Nachmittag zurück und wir planten Sagres zu verlassen sobald die neuen Teile eingebaut waren und der Motor wieder läuft. Allerdings entpuppte sich diese Aufgabe als schwieriger als gedacht und diese Ventilfeder (valve spring) schien sich nur mit einem speziellen Werkzeug einzuspannen. Es vergingen etwa 3 Stunden des versuchens und überlegenes wie wir die Feder einspannen können und diese kleinen Dinger, welche die Feder gespannt halten, aber nur lose an der mittleren Stange saßen, anbringen können. Zu guter letzt klappte es irgendwie, doch es war schon ziemlich spät so das wir uns entschieden doch noch die Nacht in sarge zu verbringen. 


Am nächsten Morgen ging es dann mit neuer Motivation in Richtung Gran Canaria, das Wetter war super und auch die Wellen gingen mit uns. Der 7 Tage Trip konnte beginnen.

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